Die besondere Verantwortung von Supervision

Die besondere Verantwortung von Supervision

„Wenn du dich bewegst, musst du wissen wohin. Wenn du dich nicht bewegst, 
dann musst du wissen, warum. 
                                                                                                                Holm Friebe

Supervision ist eine Prozess der Beratung für Mitarbeiter, Führungskräfte und Teams, die zur Reflexion eigenen Handelns anregen, sowie Qualität professioneller Arbeit sichern und verbessern soll. Supervision wird von mir in drei Ebenen angeboten. Die erste Ebene ist die Administrative. Hierbei geht es um konkrete Fragen zu Abläufen, Dokumentationen, Konzepten, sowie der Entwicklung von Standards. Die zweit Ebene wird als Edukative bezeichnet. Fallverstehen, erklären von Symptomen, Erarbeiten von Interventionen, das Anbieten von Erklärungsmodellen, Themenschulungen zu bestimmten Fragestellungen und Klärung von Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen, gehören zu diesem Bereich. Die Letzte wird als supportive Ebene bezeichnet. Hierbei geht es um emotionale Unterstützung und Entlastung, um Informationen zu Fragen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement und die Analyse existierender Resilienzfaktoren sowie vorherrschender Belastungsfaktoren. Zu diesem Bereich gehören auch Maßnahmen zur Teamentwicklung und Interventionen zur Teamstabilität. 

Gerade Klientel mit psychischen Besonderheiten gelten bei den professionellen Mitarbeitern, als große Herausforderung. Ein Thema, welches mir in den Supervisionen immer wieder begegnet, und für die Mitarbeiter sehr belastend ist, sind Grenzverletzungen, die mit einem sehr engen Körperkontakt und unangenehmen Gefühlen einhergehen. Ein solches Erleben bedarf einer intensiven Aufarbeitung und  einer Analyse der eigenen Gefühle. Die Supervision unterstützt den Mitarbeiter darin, seine eigenen Gefühle zu erkennen, die Gefühle, welcher Art auch immer zu benennen, diese zuzuordnen und das eigene Gefühl zu versorgen, um Sicherheit in der Beziehungsgestaltung zurück zu gewinnen. Als eine gute Möglichkeit, diese Themen besprechbar zu machen, hat sich die Balint-Methode erwiesen.  Diese Technik kann auch gut für Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse, sowie bei sekundären Traumatisierungsprozessen der Mitarbeiter, verwendet werden und kann uns so Hinweise auf das psychische Erleben des Klienten geben. Außerdem empfinden die Teammitglieder es als vielfach entlastend, sich über die Einladung zu assoziieren, Luft machen zu können. Die Balintmethode in der Supervision setzt voraus, dass der Falleinbringer ergebnisoffen in diesen Prozess gehen und die Teammitglieder bereit sind, offen über ihre, manchmal auch aggressiven, Assoziationen zu sprechen.Die Arbeit mit Menschen, die besondere Denk- und Verhaltensmuster zeigen, macht auch eine veränderte Form der Supervision für Führungskräfte und Mitarbeiter notwendig, damit sie nachhaltig unterstützend und entlastend wirken kann.

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